Aloe Vera - die Pflanze

Die von dem Professor für u.a. Botanik Carl von Linné erforschte »Aloe Vera« oder auch »Die wahre Aloe« genannt und beschriebene Pflanze wie auch die von dem englischen Botaniker Miller »Aloe barbadensis« oder »Barbados-Aloe« sind ein und dieselbe Pflanze. Der offizielle botanische Name der Offizinal-Aloe ist »Aloe barbadensis Miller«, während »Aloe Vera« die gebräuchlichere Bezeichnung ist.

Die zu Deutsch »Echte Aloe« ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Aloen (Aloe), welche zu den Affodillgewächsen gehört.

In ihrer pharmazeutischen und kosmetischen Verwendung ist sie fast ausschließlich unter dem  wissenschaftlichen Namen Aloe Vera bzw. Aloe Barbadensis bekannt.

Die Aloen sind Blattsukkulenten, die vor allem in heißen und trockenen Zonen Afrikas und Amerikas beheimatet sind.

Alle Aloearten, es sind ca 300, werden durch das Washingtoner Artenschutzabkommen vom 3.3.1973 an ihren natürlichen Standorten geschützt. Ausgenommen sind neben Samen, Zellkulturen und ähnlichem "einzelne Blätter sowie Teile und Erzeugnisse davon, welche von außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes eingebürgerten oder von künstlich vermehrten Aloen der Art Vera stammen".

Die Pflanze besitzt in der Regel keinen Stamm. Der Blattsaft ist honigfarben, gelb eintrocknend.
Sie werden häufig von Honigvögeln bestäubt. Es sind immer nur wenige Einzelblüten an einer Pflanze zur selben Zeit geöffnet, was die Nektarsammler zwingt, mehrere Pflanzen anzufliegen. Dadurch wird die Fremdbestäubung gefördert.
Die Früchte sind aufspringende Spaltkapseln.
Die Aloe bildet zahlreiche Sprosse, mit denen sich die Pflanze auch vegetativ vermehren kann.

Die ca. 20 Blätter stehen rosettenförmig, sind etwa 40 bis 50 cm lang und an die 6 bis 7 cm breit. Sie bestehen aus drei unterschiedlichen Schichten, die jeweils spezifische Inhaltsstoffe enthalten. Eine graugrüne, lederartige, äußere Schicht schützt die Pflanze vor dem Austrocknen. Der gelbliche, harzige Saft der darunter liegenden Faserschicht enthält u.a. Aloine, der durch ihren bitteren Geschmack die Pflanze vor Tierfraß schützt.

Aus diesem harzigen Saft wird durch Eintrocknen das pharmazeutisch genutzte Curacao-Aloe gewonnen. Die innerste Schicht (Mesenchymschicht) stellt den eigentlichen Flüssigkeitsspeicher dar. Sie besteht aus einem Gel, das zu 95 % aus Wasser besteht und Stoffe enthält, welche die Abwehrkräfte des Menschen und die Wundheilung durch Aloe Vera fördern sollen.

Im Inneren des Aloe Vera Blattes ist das reine Gel enthalten. Die Ernte und das Schälen der Blätter erfolgt in der Regel von Hand. Der ganze Vorgang muss in kürzester Zeit und unter hygienischen Bedingungen erfolgen, damit der Pflanzensaft nicht oxydiert und die Inhaltsstoffe nicht ihre Kraft und Wirkung verlieren. Ein stabilisieren und konservieren des Aloe Vera Gel ist nur schwer möglich.
Die meisten Produkte werden aus dem Natur belassenen Frischpflanzensaft der Aloe-Vera-Pflanze erzeugt. Konzentrate oder gefriergetrocknete Aloe Vera sollten zur Weiterverarbeitung nicht herangezogen werden.
Aloe Vera wird in erster Linie für die Ergänzung und Herstellung von Kosmetikartikel verwendet, es gibt aber auch Extrakte die zur Nahrungsergänzung angeboten werden.

Die starke abführende Wirkung des aus dem Blattharz gewonnenen "Aloe" ist seit langer Zeit bekannt. Als Inhaltsstoffe zu erwähnen sind neben Aloin auch Barbaloin, Isobarbaloin, Anthracen, Anthranol, Chrysophansäure, Zimtsäure und deren Ester.